Schnittstellen

Medizintechnik und Schnittstellen: Systeme verbinden statt doppelt pflegen

05. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit · Marvin Flachmann

Medizintechnik-Daten liegen in Bestandssystemen, Herstellerportalen, E-Mail-Postfächern und Tabellen. Schnittstellen verbinden diese Welten – wenn vorher geklärt ist, wer für welche Daten führend ist. Dieser Artikel ordnet die wichtigsten Begriffe und Entscheidungen ein.

Führendes System festlegen

Für jede Datenart (Stammdaten, Standorte, Fristen, Vorgänge, Dokumente) gibt es genau ein führendes System. Typische Aufteilung: Stammdaten und Fristen im Bestandssystem, Vorgänge, Aufgaben, Kommunikation und mobile Erfassung in der Arbeitsoberfläche. Wer das nicht festlegt, bekommt Konflikte – und löst sie dann per Zufall (zuletzt gespeichert gewinnt).

Synchronisationsrichtung und Takt

Lesend: Stammdaten und Fristen regelmäßig abholen (z. B. alle 30 Minuten oder ereignisgesteuert). Schreibend: Nachweise, Status und Vorgangsreferenzen zurückgeben. Jeder Lauf wird protokolliert: Anzahl geänderter Datensätze, Fehler, Dauer. Konflikte (im Bestandssystem und in der Oberfläche geändert) erscheinen in einer Liste zur Entscheidung.

Datenmodell und Zuordnung

Die Zuordnung (Mapping) von Feldern ist der eigentliche Projektaufwand: Inventarnummer vs. Seriennummer als Schlüssel, Standorthierarchien, Prüfarten-Codes, Statuswerte. Ein gutes Mapping ist dokumentiert, versioniert und testbar – mit einer Handvoll Beispielgeräten, an denen jede Änderung geprüft wird.

Import und Export als Basisschnittstelle

Nicht jedes System hat eine API. CSV/Excel-Import mit Spaltenzuordnung und Dublettenprüfung sowie ein vollständiger Export (CSV/JSON inklusive Dokumente) sind die Mindestanforderung – auch, um jederzeit wechseln zu können. Eine Vorlage für die Geräteliste definiert die Pflichtfelder.

REST-API

Eine dokumentierte, versionierte JSON-API mit Token-Authentifizierung öffnet Geräte, Störungen, Aufträge, Prüfungen, Aufgaben und Dokumente für eigene Auswertungen, Portale und Automatisierungen. Wichtig: Berechtigungsumfang je Token, Ablaufdatum, Protokollierung und Mandantentrennung.

E-Mail als Schnittstelle

Herstellerkommunikation läuft per E-Mail. Eine Anbindung über SMTP oder Microsoft 365 erlaubt den Versand aus dem Vorgang heraus mit korrektem Absender und Antwortadresse; eingehende Antworten werden dem Vorgang zugeordnet. So bleibt die Historie vollständig, ohne dass das Postfach durchsucht werden muss.

Webhooks und Workflows

Ereignisse (neue kritische Störung, Prüfung abgeschlossen) können an andere Systeme gemeldet werden; umgekehrt können Workflows auf externe Ereignisse reagieren. Das ist die Grundlage für Automatisierung über Systemgrenzen hinweg.

Sicherheitsanforderungen

Welche Anbindungen MedTech Cockpit mitbringt, steht unter Schnittstellen & API.

Dieser Artikel ist Teil des Bereichs Wissen für die Medizintechnik von MedTech Cockpit. Autor: Marvin Flachmann, Medizintechniker und Entwickler der Plattform. Hinweise und Ergänzungen gern über das Kontaktformular.

Neue Artikel per E-Mail

Etwa einmal im Monat: neue Fachartikel, Werkzeuge und Produktneuigkeiten. Double-Opt-in, jederzeit abmeldbar, keine Weitergabe.